Ein sauberer Verein – Die Atlantik-Brücke

Verfasser: Richard Schapke

“Es gibt viele Meinungen, Parteien, doch nur eine schiefe Ebene.” (Ernst Jünger)

Aufmerksamen Beobachtern wird nicht entgangen sein, daß die maßgeblichen Beteiligten an der sogenannten CDU-Spendenaffäre Mitglieder eines verschwiegenen Vereins, der Atlantik-Brücke e.V., waren. Anlaß genug, sich in einem Aufsatz mit dieser diskreten Loge zu befassen.

Mit dem beginnenden Kalten Krieg sorgten die Vereinigten Staaten sich angesichts erstarkender national-neutralistischer Tendenzen in der BRD um ihren politischen Einfluß in Mitteleuropa. Da man die Bundesrepublik nicht mehr wie zu Zeiten alter Besatzungsherrlichkeit per Dekret beherrschen konnte, verlegte der Rat für auswärtige Beziehungen (CFR), gewissermaßen die imperiale Denkfabrik der USA, sich auf eine mehr informelle Einflußnahme. Ergebnis war die Gründung des American Council on Germany. In diesem Ableger formulieren Vertreter der CIA-nahen Gewerkschaft AFL-CIO, die nicht ohne Einfluß auf die Gründung der antisozialistischen Einheitsgewerkschaft DGB war, gemeinsam mit Exponenten solch illustrer Bankhäuser wie Chase Manhattan (Rockefeller), Morgan Stanley, Brown Brothers Harriman (Bush), Goldman Sachs, Warburg oder der Bundesbank Federal Reserve die Grundzüge der amerikanischen Deutschlandpolitik. Mit am Tisch sitzen ferner die CIA und die US-Großkonzerne wie Exxon oder Pfizer.

Als verlängerter Arm dieser pressure group der US-Außenpolitik entstand 1952 auf Initiative des Hamburger Bankiers Max Warburg in der BRD der Verein Atlantik-Brücke e.V., einstmals ansässig in der Adenauerallee 131 mit der ureigenen Postleitzahl 53001 Bonn. Als erster Vorsitzender scheint der längst verstorbene Prof. Arnold Bergstraesser, 1933 emigriert und seinerzeit maßgeblich an der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik beteiligt, fungiert zu haben. In der zweiten Reihe standen schon die hoffnungsvollen Polit- und Medientalente Marion Gräfin Dönhoff, Helmut Schmidt und Eric Blumenfeld bereit. Neben den enormen Mitteln der finanziell potenten Angehörigen erhält der Verein zusätzlich Gelder des Auswärtigen Amtes. In einer Festschrift zum 30jährigen Bestehen der Loge heißt es: “Die Atlantik-Brücke ist einer der in Deutschland seltenen Versuche, von privater Hand in den politischen Raum hineinzuwirken, sympathiebildend, kontaktvermittelnd, katalysatorisch.” Es handelt sich hier um eine elitäre Mitbestimmungsgruppe, die man normalerweise eher in einer lateinamerikanischen Bananenrepublik vermuten würde. Das wahre Ausmaß des von der Atlantik-Brücke ausgeübten Einflusses auf Außenpolitik, Innenpolitik und öffentliche Meinung der BRD wird offenbar, wenn man sich beispielsweise mit der 120 Namen umfassenden Mitgliederliste von 1982 befaßt. Die Mitglieder lassen sich grob in drei Kategorien einordnen:

1. Politprominenz wie Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD), Bundesverteidigungsminister Hans Apel (SPD) Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP), Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), Walther Leisler Kiep (CDU-Schatzmeister), NATO-Generalsekretär Manfred Wörner oder der ehemalige BND-Chef Eberhard Blum.

2. Wirtschaftsmanager: Friedrich Karl Flick, Arend Oetker, Michael Otto vom gleichnamigen Versandhaus, Toni Schmücker (VW), Karl-Heinz Beckurts (Siemens), Alfred Herrhausen (Deutsche Bank), Eberhard von Kuenheim (BMW), Helmut Lohr (SEL) oder Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank und der Commerzbank. Hinzu kommen Vertreter der Vorstände von IBM Deutschland, AT&T Deutschland, Mobil Oil AG, Philip Morris GmbH, American Airlines, Apple Computer, PanAm, Warburg, Salomon Brothers, J.P. Morgan, Citibank. Die deutsche Rüstungsindustrie entsandte Delegierte von Daimler Benz, Diehl, Krupp und Mannesmann.

3. Medienvertreter: Franz Burda jun. (Verleger), Jens Feddersen (Chefredakteur der “Neuen Ruhr-Zeitung”), Robert Held (FAZ), Josef Joffe (“Süddeutsche Zeitung”), Friedhelm Kemna (Vizechefredakteur der “Welt”), Theo M. Loch (WDR-Chefredakteur Fernsehen), Jan Reiffenberg (FAZ-Büro Washington), Rudi Sölch (Verwaltungsdirektor des ZDF), Theo Sommer (Herausgeber der “Zeit”), Axel Springer oder Gerd Bucerius (Verleger).

Knallhart formuliert, kungeln hier Politische Klasse, Großkapital und Massenmedien in verschwiegener Runde die Marschroute wesentlicher Bereiche der bundesdeutschen Politik aus. Wer sich hier an die berüchtigte italienische Geheimloge P 2 erinnert fühlt, liegt so verkehrt nicht. Da die Liste von 1982 stammt, könnten optimistische Gemüter Entwarnung geben. Weit gefehlt.

Im Jahr 1991 finden sich in der Mitgliederliste unter den Medienvertretern beispielsweise zusätzlich Abgesandte des “Bonner Generalanzeigers”, der “Frankfurter Rundschau”, der “Süddeutschen Zeitung”, des “Rheinischen Merkur”, des “Stern”, des Medienkonzerns Gruner + Jahr, der Deutschen Welle, des Deutschlandfunks, des “Handelsblattes”, des “Berliner Tagesspiegels” oder der Bertelsmann AG. Wir stellen fest: Die Loge hat ihren Einfluß auf die bundesdeutsche Öffentlichkeit unter der Regierung Kohl wesentlich ausgeweitet. Wer jetzt noch von einer unabhängigen Medienlandschaft in der BRD spricht, hat höchstens die Lacher auf seiner Seite. Teilweise fällt diese Erweiterung in die Amtszeit des seit Frühjahr 1989 amtierenden US-Botschafters Vernon Walters, eines schon am Sturz von Salvador Allende beteiligten CIA-Topmannes und nachrichtendienstlichen Waffenschiebers. Bezeichnenderweise verleiht die Loge in Zusammenarbeit mit dem jüdischen Armonk Institute mittlerweile einen Vernon A. Walters-Award. Der diesjährige Preisträger Dr. Manfred Schneider, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, formulierte in seiner Dankesrede treffend: “Als Diplomat war Walters weit mehr als eine Respektsperson.” Preisträger 1997 war Rolf Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank.

Der gegenwärtige Einfluß der mittlerweile ins Magnus-Haus nach Berlin-Mitte umgesiedelten Atlantik-Brücke kann hier infolge der schlechten Quellenlage nur skizziert werden. Im Jahr 2000 hat sich die Mitgliederzahl auf 360 gesteigert, darunter die Unionspolitiker Gerhard Stoltenberg, Jörg Schönbohm, Volker Rühe und Kurt Biedenkopf. Als weiterer hochrangiger Unionspolitiker ist Christian Schmidt aus dem Parteivorstand der CSU zu nennen – ebenfalls ein Vizevorsitzender. Dieser leitet die Deutsch-Britische Parlamentariergruppe, ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuß des Bundestages und sitzt im Koordinierungsrat des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums. Zu seinen Kollegen gehören zur Zeit die Sozialdemokraten Dr. Karsten Voigt (Koordinator Schröders für die Zusammenarbeit zwischen BRD und USA), Dr. Norbert Wieczorek (Parteiratsmitglied, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag), Rudolf Scharping (Verteidigungsminister), Klaus von Dohnányi und Norbert Gansel (Vizevorsitzender des Auswärtigen Ausschusses). Laut Aussage Franz Schönhubers, als ehemaliger Strauß-Intimus ein guter Kenner der korrupten Politszene, gehört übrigens auch Friedrich Merz als CDU-Fraktionschef im Bundestag der Loge an.

An Akademikern spürten wir Prof. Max Otte (Fachmann für internationales Management und Weltwirtschaftsfragen), Hans-Georg Betz (Gastprofessor am Centre for European Studies der Universitäten von Columbia und New York), Prof. Dr. Ludger Kühnhardt (Direktor am Zentrum für Europäische Integrationsforschung und Stichwortgeber der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik GASP der EU, ehemals Redenschreiber für Richard von Weizsäcker und Mitglied der CDU-Programmkommission), Prof. Dr. Michael Wolffsohn (Historiker), den Kölner Prof. Rühl oder Prof. Dr. Willi Paul Adams (Fachmann für die Geschichte Nordamerikas an der FU Berlin) auf.

Ferner finden sich Hans-Joachim Otto, FDP-Experte für Kultur und Medien oder Helmut Schäfer (FDP), unter dem ehemaligen BND-Präsidenten und Außenminister Kinkel Staatsminister im Auswärtigen Amt, Bundeswehr-Generalinspekteur a.D. Klaus Naumann, der US-Botschafter John C. Kornblum, Hilmar Kopper (Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank), Gerhard Cromme (Vorstandsvorsitzender von Thyssen Krupp), Joschka Fischers Staatssekretär Wolfgang Ischinger, Jürgen Schrempp (Vorstandsvorsitzender von Daimler Chrysler), Walter Stützle (Staatssekretär im Verteidigungsministerium), Karl Otto Pöhl (ehemaliger Präsident der Bundesbank), Matthias Nass als Vizeherausgeber der “Zeit”, Otto Wolff von Amerongen oder der mittlerweile zum Mitherausgeber der ZEIT avancierte Dr. Josef Joffe.

Der internationale Einfluß ist nicht zu unterschätzen. Als Weltbankpräsident Wolfensohn im November 1995 seinen Antrittsbesuch in der BRD absolvierte, hielt er zunächst auf Einladung der Atlantikbrücke einen Vortrag in der DG-Bank zu Frankfurt/Main, bevor er mit Bundesfinanzminister Theo Waigel und Entwicklungshilfeminister Spranger zusammentraf. Im April 1997 hielten die Atlantiker gemeinsam mit dem American Council on Germany eine Tagung über die zunehmende technologisch-politische Abkopplung der USA von Europa ab. Ende 1997 rief Kiep die Aktion Investment-Brücke ins Leben, um Unternehmer, Gewerkschafter und Politiker zwecks Schaffung neuer Arbeitsplätze zusammenzubringen. Die Großkonzerne BASF, Bayer, BMW, Continental, Holzmann, Daimler und Siemens profitierten am meisten, indem sie Arbeitsplätze in der BRD wegrationalisierten und nach Nordamerika verlegten. Vom 12.-14.11.1998 fand die Jahrestagung an der TU Freiberg statt, die Kiep nicht von ungefähr im März 1997 die Ehrendoktorwürde verlieh. Eine “trilaterale akademische Arbeitskonferenz” befaßte sich mit den internationalen Beziehungen zwischen den USA, der EU, Rußland und der BRD. In Japan organisiert die Atlantik-Brücke zusammen mit dem Japan Institute for Social and Economic Affairs das jährliche Gotenba-Meeting, eine deutsch-japanische Konferenzgruppe über das Verhältnis zu den USA.

Der Einfluß auf die bundesdeutsche Außenpolitik beschränkt sich nicht nur auf die Praxis, sondern auch auf die Theorie. Voigt und Rühe sind Mitglieder des International Institute for Strategic Studies. SZ-Joffe doziert an der Bundessicherheitsakademie in Bonn. Rühe, Rühl, Ischinger, Christian Schmidt und der eingangs erwähnte Bergstraesser spielen eine Rolle in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Hierbei handelt es sich um eine 1955 gegründete Kaderschmiede nach dem Vorbild des CFR. Die DGAP wiederum beeinflußt in nicht unwesentlicher Weise die Geschichts- und Politikwissenschaften, da sie als Herausgeberin der Zeitschriften “Europa-Archiv” (mittlerweile eingestellt) und “Internationale Politik” fungiert. Ferner wirken Voigt und Wieczorek an der geheimnisumwitterten Trilateralen Kommission mit, die zur Ausbalancierung der politisch-ökonomischen Interessen der USA, der EU und Japans dient. Die Atlantikbrücke ist nach eigenen Angaben ebenfalls am Archiv der Sozialen Demokratie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung beteiligt. Um ihre Ziele besser unter das Volk bringen zu können, gibt sie einen eigenen Presse-Informationsdienst heraus.

Im März 2000 war die Brücke an der Ausrichtung der 3. New Traditions-Konferenz in Berlin beteiligt, die unter dem Motto stand: “Die Atlantische Welt – von der Partnerschaft zur Gemeinschaft.” Redner waren u.a. Andreas Schmidt von AOL Europe, Clintons persönlicher Referent Sidney Blumenthal, Walter Stützle, Dr. Karsten Voigt, Joachim Gauck, Eberhard Diepgen, Kornblum und Norbert Walter von der Deutschen Bank. Mit den “Young Leaders”-Konferenzen bringt man die junge Elite aus Politik, Wirtschaft und Journalismus zusammen, wohl, um ihr einen Vorgeschmack zu liefern, wie bürgerliche Demokratie tatsächlich funktioniert. In den Jahren 1999 und 1998 trafen die Young Leaders zu sogenannten Runden Tischen in München zusammen, durften also schon etwas üben.

Nun sollte man jedoch nicht dem Trugschluß verfallen, hier würde es sich um einen harmlosen Kontaktpool handeln. Nein, die Atlantik-Brücke liefert auch die Erklärung, warum sich hierzulande niemand ernsthaft um die Aufklärung der kriminellen Machenschaften der Regierung Kohl kümmert: Die Geschäfte Leisler Kieps und Schreibers wurden am gleichen Tisch ausgehandelt, an dem auch die SPD-Prominenz saß. Mit Karlheinz Schreiber, dem hessischen CDU-Schatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein, dem berüchtigten Wirtschaftslobbyisten Dieter Holzer, dem Wirtschaftsprüfer Horst Weyrauch und der CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister sind eindeutige Schlüsselfiguren der Spendenaffäre Logenmitglieder gewesen oder tummelten sich zumindest auf den Veranstaltungen der Atlantik-Brücke. Walter Leisler Kiep fungierte gar seit 1984 (auf Vorschlag Kohls als Nachfolger von Dr. Karl Klasen) als Vorstandsvorsitzender des Vereins. Seine Verwicklung in die Flick-Affäre tat seiner Amtsführung keinen Abbruch – augenscheinlich sind derartige Machenschaften für die Loge politisches Alltagsgeschäft.

Auf Druck des US-Vizeaußenministers Frank Loy und Kornblums mußte Kiep mittlerweile seine Tätigkeit ruhen lassen, um das Trojanische Pferd der USA nicht noch mehr ins Gerede zu bringen. Kurz nach seiner Verhaftung im November 1999 zauberte Leisler Kiep einen Koffer mit 500.000 DM in bar herbei und ließ (laut SPIEGEL) verlauten: “Ich kann jetzt nichts sagen, ich muß erst mal nach Amerika.” Kommissarischer Vorsitzender ist nun der Lebensmittelindustrielle und bisherige Kiep-Vize Arend Oetker, der ebenso wie Geschäftsführerin Beate Lindemann oder Schatzmeister Max Warburg konsequentes Stillschweigen über die Spendenaffäre wahrt. Karlheinz Schreiber wiederum wurde durch den damaligen kanadischen Premier Mulroney eingeführt. Die 1,2 Millionen kanadischen Dollar für die Schreiber-Kaution stellte übrigens Marc Lalonde, Präsident der kanadischen Schwesterloge und einstmals Mulroneys Justizminister.  Deutsche und Kanadier arbeiten eng zusammen: Beispielsweise beteiligte die Atlantikbrücke sich an der Kanadisch-Deutschen Konferenz vom 23.-25.10.1998 in Cambridge, Ontario.

Propagandistisch ist die Loge ebenfalls sehr aktiv, wenn es um US-Interessen geht. Während des Golfkrieges und des Kosovo-Konfliktes schaltete man ganzseitige Anzeigen, um der US-Linie Gehör zu verschaffen. Der Verfasser unterstellt, daß in diesen Zusammenhang der von Scharpings Mitarbeitern erfundene Hufeisenplan, die angebliche systematische Verteibung der albanischen Bevölkerung, gehört. In die Vernehmung der albanischen Flüchtlinge waren weniger humanitäre Organisationen als vielmehr BND und MAD verwickelt. Auf einer Veranstaltung der Atlantikbrücke am 22.04.1999 erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD), es gebe keine Alternative zum militärischen Eingreifen in Jugoslawien – pikanterweise auf einer Gedächtnisrede für den von der RAF liquidierten Siemens-Manager Beckurts.

In Kooperation mit dem Verein der Freunde der Jugendinitiative Weltausstellung Expo 2000 organisiert die Atlantik-Brücke ferner die internationale Jugendpropaganda für die Selbstbeweihräucherung des kannibalischen Turbokapitalismus. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn Expo-Managerin Birgit Breuel, als Treuhand-Chefin ins Zwielicht geraten durch die an Regierungskriminalität grenzenden Vorgänge bei der Verschleuderung des DDR-Volkseigentums an das internationale Großkapital, ist langjähriges Vereinsmitglied. Ihr Logenbruder Otto Gellert besaß zu Treuhand-Zeiten zu allem Überfluß die direkte Zuständigkeit für die Privatisierungen. Bezeichnenderweise ist die Rolle von Breuel und Gellert bzw. des US-Investment-Bankhauses Goldman Sachs während der Privatisierung von Leuna-Werken und Minol AG kein Thema für den Untersuchungsausschuß des Bundestages. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Wahrlich, ein sauberer Verein.

http://die-kommenden.net/dk/artikel/atlantik_bruecke.html

50 Jahre Atlantikbrücke e.V. – Namen und Funktionen

Die Atlantikbrücke e.V., das maßgeblich für die andauernde Westintegration und den Fortbestand der kapitalistischen Ordnung in der BRD verantwortliche Netzwerk, beging unlängst ihr 50jähriges Jubiläum.

Neben oben genannten Zwecken dient die Atlantikbrücke einflussreichen Kreisen aus Politik, Medienapparat und Wirtschaft zum diskreten Aushandeln von nur noch als kriminell zu bezeichnenden Geschäftsaktivitäten – sowohl alle Beteiligten in der Affäre um den sich derzeit in Kanada aufhaltenden Waffenhändler Schreiber wie auch die Drahtzieher der skandalumwitterten Privatisierung der Leuna-Werke und der ostdeutschen Werften (Vulkan-Affäre) waren Mitglieder des verschwiegenen “old boy network”. Genannt seien nur die Namen Karl-Heinz Schreiber, Holger Pfahls und Dieter Holzer bzw. Birgit Breuel als Treuhandchefin und Atlantikerin. Der Schatten der Atlantikbrücke fällt auch auf den Milliardenskandal um die Berliner Bankgesellschaft, denn deren gefeuerter Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Dieter Feddersen gehört ebenfalls der Geheimloge an.

Wir verweisen ansonsten auf unseren älteren Aufsatz zum Thema und präsentieren anlässlich des 50jährigen Bestehens dieser staatskriminellen Vereinigung auf allerhöchster Ebene eine aussagekräftige Liste der Mitglieder von Vorstand und Kuratorium. Weitere Rückschlüsse über die wahren politischen Entscheidungsträger in der Bananenrepublik Deutschland überlassen wir der geneigten Leserschaft.

Richard Schapke, im Mai 2002

Vorstand

Dr. Arend Oetker (Vorsitzender):
Vorsitzender des BDI-Mittelstandsausschusses, Geschäftsführender Gesellschafter des Oetker-Nahrungsmittelkonzerns

Dr. Beate Lindemann (Geschäftsführende Stellvertretende Vorsitzende):
Keine näheren Informationen

Max M. Warburg (Schatzmeister):
M.M. Warburg, eines der größten bundesdeutschen Privatbankhäuser

Dr. Christoph Bertram:
Redaktionsmitglieder der ZEIT, Mitglied der Bundeswehr-Reformkommission

Kai Diekmann:
Chefredakteur der BILD-Zeitung

Prof. Dr. Juergen B. Donges:
Wirtschaftswissenschaftler der Uni Köln

Dr. Thomas Enders:
Vorstandsmitglied des Hochtechnologiekonzerns EADS

Norbert Gansel:
SPD-Sicherheitsexperte, derzeit Oberbürgermeister von Kiel

Dr.Ing. Jürgen R. Großmann:
Geschäftsführender Gesellschafter des Stahlkonzerns Georgsmarienhütte Holding

Dr. Martin Kohlhausen:
Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank, Ex-Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken

Dr. Siegfried Luther:
Finanzvorstand des Bertelsmann-Konzerns

Dr. Jens Neumann
Vorstandsmitglied des Volkswagen-Konzerns

Cem Özdemir (Bündnisgrüne):
Innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen

Volker Rühe:
Vizevorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ehemaliger Verteidigungsminister

Rudolf Scharping (SPD):
Amtierender Verteidigungsminister

Kuratorium

Hilmar Kopper (Vorsitzender):
Aufsichtsratsvorsitzender von Daimler Chrysler, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, Aufsichtsratsmitglied bei Bayer

Prof. Dr. Willi Paul Adams:
Nordamerikahistoriker an der FU Berlin

Dr. Friedrich Bechtle (verstorben am 5. April 2002):
Verleger und CDU-Kommunalpolitiker in Esslingen

Prof. Dr. Kurt H. Biedenkopf (CDU):
Bis zum Sturz infolge diverser Korruptionsaffären Ministerpräsident von Sachsen, Mitglied der Trilateralen Kommission

Dr. Uwe-Ernst Bufe:
Verwaltungsratsvorsitzender des Baseler Chemieriesen Vantico, zuvor Vorstandsvorsitzender des Degussa-Konzerns

Dr. F. Wilhelm Christians:
Ehemaliger Manager der Deutschen Bank

Prof. Dr. Dieter Feddersen:
Wirtschaftsjurist, als ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Bankgesellschaft in den Milliardenskandal verwickelt

Prof. Dr. Dr. h.c. Utz-Hellmuth Felcht:
Vorstandsvorsitzender des Degussa-Konzerns

Dr. Dieter Goose:
Manager des Douglas-Konzerns, Landesgruppe Rhein-Main der Deutsch-Britischen Gesellschaft

Prof. Dr. Helga Haftendorn:
Sicherheitsexpertin, ehemals FU Berlin

Dr. Josef Joffe:
Herausgeber der ZEIT

Prof. Dr. Karl Kaiser:
Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

Dr. Salomon Korn:
Vizevorsitzender des Jüdischen Zentralrats, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/Main

Dr. Florian Langenscheidt:
Verleger

Prof. Christoph H. Mäckler:
Architekt, Frankfurt am Main

Prof. Dr. Manfred Meier-Preschany:
Manager bei MP-Consult, Frankfurt/Main

Klaus Naumann:
Ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, Bundeswehr-Generalinspekteur a.D.

Dr. h.c. Uwe Nerlich:
Sicherheitsexperte. Direktor des Centre for European Strategic Research, Ottobrunn

Karl Otto Pöhl:
Direktoriumsmitglied des Bankhauses Salomon Oppenheim, Frankfurt/Main, Bundesbankpräsident a.D.

Dr. Lutz R. Raettig:
Vorstandsvorsitzender der deutschen Morgan Stanley-Bank

Prof. Dr. Heinz Riesenhuber (CDU):
Bundesminister für Forschung und Technik a.D.

Helmut Schäfer (FDP):
Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D.

Dr. Ronaldo Hermann Schmitz:
Vorsitzender der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, zuvor im Vorstand der Deutschen Bank

Johann Peter Sieveking:
Steuerrechtsanwalt

Kurt F. Viermetz:
Aufsichtsratsmitglied der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank

Karsten D. Voigt (SPD):
Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Beziehungen

Prof. Dr. Hans-Dietrich Winkhaus:
Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom, Präsident des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Köln

Matthias Wissmann (CDU):
Wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Bundesminister für Forschung und Technik a.D.

Peter Prinz Wittgenstein:
Manager der Mannesmann AG

Abschließend bedienen wir uns noch aus der Politischen Wochenschau des Genossen Klee und wiederholen auszugsweise dessen Ausführungen zum Jubiläumstag der bundesdeutschen Version der italienischen Loge P-2:

“Anlässlich des 50jährigen Bestehens der dubiosen Geheimloge Atlantikbrücke e.V. erhielt ausgerechnet der amerikanische Expräsident George Bush sr. den seit 1988 vergebenen Eric M. Warburg-Preis, und zwar für seine Verdienste um das bundesdeutsch-amerikanische Verhältnis. Würdige Vorgänger sind beispielsweise der durch seine Verbrechen gegen das vietnamesische und das chilenische Volk mit unsagbarer Schuld beladene Henry Kissinger, NATO-Generalsekretär a.D. Manfred Wörner oder die hochgradig korrupten Politkriminellen Helmut Kohl und Otto Graf Lambsdorff.

Die von Bundesaußenminister Joseph Fischer gehaltene Laudatio sei hier aufgrund ihres die Ziele der Atlantikbrücke nach dem Endsieg des Kapitalismus im Kalten Krieg entlarvenden Charakters auszugsweise wiedergegeben: “Es ist für mich eine große Freude und Ehre, heute aus Anlass der Verleihung des Eric Warburg-Preises an Sie, verehrter Herr Präsident Bush, die Laudatio halten zu dürfen. Wir alle möchten Ihnen zu diesem Preis sehr herzlich gratulieren. Ich meine, im Namen aller Anwesenden sprechen zu können, wenn ich feststelle, dass wir uns keinen würdigeren Preisträger vorstellen könnten.

Wir haben heute einen doppelten Grund zum Feiern: 50 Jahre Atlantikbrücke, das ist ein stolzes Jubiläum. Allen Mitgliedern und Mitwirkenden der Atlantikbrücke möchte ich für Ihre großartige Arbeit und für alles danken, was Sie für die Freundschaft zwischen Amerika und Deutschland getan haben. Ein enges Verhältnis zu den USA ist neben der europäischen Integration der wichtigste Pfeiler, auf dem die Freiheit und die Demokratie unseres Landes aufgebaut ist. Und auch eine Europäische Union, die hoffentlich eines nicht mehr allzu fernen Tages ihre Integration vollendet haben wird, wird auf dieses enge, für Europas Freiheit existenzielle Verhältnis mit den USA nicht verzichten können.
(…)
Die Unterstützung der deutschen Einheit steht in einer Linie mit der Entscheidung der Vereinigten Staaten, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zu bleiben und der deutschen Demokratie eine zweite Chance zu geben. Es war vor allem diese Entscheidung, die zusammen mit der europäischen Integration das Schicksal Deutschlands und Europas nach 1945 grundlegend zum Besseren wendete.
(…)
Dieses angesichts unserer jüngeren Geschichte kaum fassbare Glück verdanken wir ganz entscheidend Amerika und seinem damaligen Präsidenten George Bush. Deutschlands Verankerung im Westen hat seine prekäre geopolitische Mittellage, seine mangelnde Einbindung entschärft und damit die Gefährdung durch hegemoniale Alleingänge aufgelöst. Zudem hat sie der Demokratie im Innern eine feste Grundlage gegeben.

Darum ist die amerikanische Präsenz in Europa und die enge Bindung zwischen unseren Kontinenten für Deutschland auch in Zukunft unverzichtbar. Dies gilt auch, wenn sich die Europäische Union immer stärker zu einem selbstbewussten, eigenständigen politischen Akteur entwickelt.
(…)
Die Geschichte hat gezeigt, dass oftmals gerade in der Verbindung unserer Handlungsweisen, in einer klugen Verzahnung von Politik und Militär eine einzigartige Stärke liegen kann.

Die Antwort auf die alte Frage ‘war es militärische Stärke oder die Politik der Entspannung, die den Kalten Krieg entschied'; lautet letztlich: Es war beides zusammen. So war und ist es auch im Kosovo, in Mazedonien und in Afghanistan und genau deshalb haben Europa und diesmal auch Deutschland sich dort an militärischen Aktionen beteiligt.
(…)
Die dramatische Eskalation im Nahen Osten hat die Welt, hat uns alle zutiefst entsetzt. Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, gerade heute, am Nationalfeiertag Israels, eines eindeutig feststellen: Das Existenzrecht Israels und das Recht des Staates Israel und seiner Bürger in Frieden und Sicherheit zu leben, ist für uns unantastbar. Und Deutschland hat ein historisch begründetes Sonderverhältnis zum Staat Israel, das sich gerade in schweren Zeiten in Solidarität bewähren muss.”

Zum Jubiläum gratulierten der Atlantikbrücke (…) zahlreiche Personen, und zwar durch eine imposante Anzeige in der “Welt” vom 17. April 2002. Die Unterzeichner erklärten explizit, dem Netzwerk der Atlantikbrücke ihre Positionen zu verdanken. Zu der beunruhigenden pressure group rechnen sich unter anderem: Heinrich Aller (SPD) als niedersächsischer Finanzminister, Joachim von Arnim als Gesandter der BRD bei der NATO, Susanne Gabriele Biedenkopf-Kürten als Leiterin der ZDF-Europaredaktion, Johannes K. Borsche als Vizepräsident der Frankfurter Morgan Stanley-Niederlassung, Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD, (…) Thomas W. Geisel aus dem Ruhrgas-Vorstand, Bundesbankdirektor Dr. Klaus D. Geisler, Wolfgang Ischinger als BRD-Botschafter in Washington, Eckart von Klaeden als Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Telekom-Vizevorstandsvorsitzende Dr. Raphael Kübler, Dr. Rudolf Lang als Vorstandsmitglied von Goldman & Sachs, Nikolaus Graf Lambsdorff als Kabinettschef der UNMIK-Protektoratsverwaltung im Kosovo, Kathrin Leeb als Vizepräsidentin der Deutschen Bank, der Schering-Manager Knut Mager, der Springer-Vorstand Steffen Naumann, der als Kriegshetzer gegen den Irak auffallende CDU-Außenpolitiker Dr. Friedbert Pflüger, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering als Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Europaparlament, der SPD-Politiker Ottmar Schreiner, Gottfried Spelsberg-Korspeter als RWE-Vorstandsmitglied, Michael Zissis Vassiliadis als Vorstandssekretär der IG Bergbau, Chemie, Energie, Matthias Witt als Geschäftsführer der Vogel Burda Communications GmbH sowie Redaktionsmitglieder des STERN, der “Financial Times Deutschland”, der FAZ, des “Tagesspiegel”, der ZEIT, des Bayerischen Rundfunks, von N24, SAT1 und der Süddeutschen Zeitung.”

Wir gestatten uns abschließend, diese “unabhängigen Journalisten” namhaft zu machen:

Dr. Nikolaus Busse, Christiane Hoffmann (FAZ)

Katja Gloger (STERN)

Malte Lehming (Tagesspiegel, US-Korrespondent)

Theo Koll (Frontal21, ZDF)

Rüdiger Löwe (Bayerischer Rundfunk)

Eck Stuff (Ausbildungsleiter des SFB)

Christian Wernicke (Europakorrespondent der “Süddeutschen Zeitung” in Brüssel)

Sabine Ulbrich (Korrespondentin von N24 und SAT1 in Washington)

Margaret Heckel (Financial Times Deutschland)

Matthias Naß (Stellvertretender Chefredakteur der ZEIT)

Anke Plättner (WDR)

http://www.seidl.de/presse/atlantik_bruecke2.htm


Und hier noch ein paar Fundstücke:

Markus Koch

Koch konzentriert sich mit seinem Team der Wall Street Correspondents, Inc. ausschließlich auf die Börsenberichterstattung für deutschsprachige Medien. Zu seinem Kundenkreis gehören neben n-tv, Tele24 und DW-tv diverse Radiosender und Wirtschaftsmagazine. Seit April 1996 ist Koch Reporter der n-tv Telebörse und gehörte 2000 zu den drei Nominierten für den Deutschen Fernsehpreis. Als Mitglied der Atlantik Brücke, einem in Berlin ansässigen Wirtschaftsverband, bemüht sich Koch um den Dialog zwischen den USA und Deutschland.

http://www.freenet.de/freenet/news/terroranschlag/audio_video/koch_video/

————-

Johannes Altincioglu (*1966)

Geschäftsführer der Hunzinger PR GmbH, Mitglied der Geschäftsleitung der Hunzinger Information AG

Groß- und Außenhandelskaufmann, 1990 Entwicklung eines Kultursponsoring-Konzepts bei Mercedes-Benz. Anschließend Wechsel zur Landesregierung Sachsen-Anhalt, Sprecher des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Umweltministers.
1995 als PR-Berater zur Hunzinger PR GmbH, 1998 Prokura auch bei der Hunzinger Information AG, seit Juni 1999 Geschäftsführer der Hunzinger PR GmbH.
Ehrenamtlich tätig als Mitglied des Passagierbeirates der FRAport AG Frankfurt Airport Services Worldwide, Mitglied des Atlantic Clubs in der Atlantik Brücke, Gast der Bundesmedienkommission der FDP und stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Kofler & Co. GmbH.
Neben Deutsch, Englisch und Französisch spricht er auch Griechisch und Türkisch.

http://www.hunzinger.de/site/profil/personalien/personalien_start.html

————-

Dr. Helmut Kohl

Inhaber des Eric-M.-Warburg-Preises der Bonner “Atlantik-Brücke” (US-Hochfinanz-Lobby Verleihung 1996)

http://www.beepworld.de/members31/kohlkohn/

————–

Herr Friedmann ist aber nicht “nur” Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sondern auch noch Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt, der Speyer- und der Geschwister Korn- und Gerstenmann-Stiftung, Frankfurt/Main, stellv. Aufsichtsrat des Friedrichstadtpalasts, Mitglied des ZDF-Fernsehrats und der Atlantik-Brücke sowie stellv. Aufsichtsrat der Transatlantik-Quandt-Stiftung und zu Journalist…

Quelle und Dank an: miprox.de