kreditfalle

Unser Planet in der Falle – Interview mit Prof. Magrit Kennedy

 

Der Planet Erde sitzt in der Falle, in der Kreditfalle. Banken können Regierungen und Unternehmen Geld leihen, soviel sie nur wollen, ohne diese Kredite aus eigener Tasche finanzieren zu müssen. Denn sie kreieren unser Geld selbst, quasi aus der Luft. Die Banken nennen dies vornehm Geldschöpfung

Da jeder Staat, der die Militärgewalt des westlichen Waffenbündnisses nicht zu spüren bekommen möchte, sich diesem System unterwirft, gibt es quasi nicht ein Land auf der Welt, das nicht verschuldet ist. Bei den Banken. Um dieses System und die Wirkmechanismen dahinter näher zu beleuchten, hat Frau Prof. Margrit Kennedy freundlicherweise einem Interview mit Jungle Drum Radio zugestimmt. In knapp 80 Minuten führt sie uns mit anschaulichen Vergleichen und großem Hintergrundwissen einmal quer durch unsere Wirtschaftsordnung hindurch und zeigt uns während dieses Ganges all die Tücken und Gefahren, die unser System nicht nur gefährden, sondern ruinieren. Ein mehr als lohnenswertes Interview für uns und natürlich unsere Hörer, für das wir Frau Kennedy sehr danken.

[slide title="Unser Planet in der Falle - Interview mit Prof. Magrit Kennedy"]

[/slide]

[slide title="Die Geldreform als Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels"]

http://www.macht-geld-sinn.de
http://www.global-change-now.de
http://www.monneta.org/

[/slide]

[slide title="Margrit Kennedy - Occupy Money"]

Es ist Zeit für ein wertbeständiges Geld!

Eine Hauptursache für Inflation, Krisen und Zusammenbrüche liegt in der fehlerhaften Konstruktion unseres Geldsystems. Nur etwa zehn Prozent der Menschen profitieren davon. Die große Mehrheit zahlt drauf. Über die in Preisen und Steuern versteckten Zinsen beträgt diese Umverteilung von Arm zu Reich in Deutschland etwa 600 Millionen Euro pro Tag. Kennedy erklärt, worin der Fehler liegt und was wir verändern können. Praktische Beispiele zeigen, wie sich Geldsysteme einführen lassen, die den Menschen dienen und der globalen Krise ein Ende setzen können.
Paperback, 107 Seiten, zahlreiche Diagramme

[/slide]
[slide title="Margrit Kennedy - Geld ohne Zinsen und Inflation"]

»Es gibt keinen heimtückischeren und sichereren Weg, das Fundament der Gesellschaft zu zerstören, als ihre Währungen zu entwerten«, schreibt George Orwell in »1984«

und genau das ist es, was unser modernes Geldsystem durch Zinsen und Inflation bewirkt.
Margrit Kennedy räumt auf mit unseren Missverständnissen in Bezug auf das Geld. Sie beschreibt die Funktionsweise des Geldes und des Zinses und erklärt, warum das Geldsystem die Welt nicht nur in »Schwung hält«, sondern dabei immer wieder zerstörerische Krisen und Kriege verursacht.
Taschenbuch, 238 Seiten, 1990

[/slide]

[slide title="Über Prof. Dr. Margrit Kennedy"]
Prof. Dr. Margrit Kennedy ist Architektin, Ökologin, Geldexpertin und Kritikerin der herrschenden Wirtschaftsordnung. Bis 2002 leitete sie als Professorin am Fachbereich Architektur in Hannover die Abteilung „Technischer Ausbau und ressourcensparendes Bauen”. Aber schon 1982 erkannte sie, dass die breite Anwendung von ökologischen Prinzipien durch Systemfehler im herrschenden Geldsystem behindert werden, insbesondere durch den aus dem Zins und Zinseszins resultierenden Wachstumszwang. In Ihrer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit diesen Fehlern ist sie zu einer Währungsexpertin geworden, die an praktischen Lösungen für lebenswichtige Fragen arbeitet:

  • Wie können wir nachhaltige Geldsysteme schaffen?
  • Wie sehen Geldsysteme aus, die nicht regelmäßig zusammenbrechen und uns beherrschen sondern die uns dienen?
  • Wo gibt es in der Vergangenheit und Gegenwart gute Beispiele, die funktionieren?

[/slide][slide title="Änderung der Machtverhältnisse, Demokratie, Umverteilung"]

Eine Produktion der rasenden Reporterin Julia Jentsch.
http://rasendeReporterin.de

Eine Veranstaltung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie.
http://www.voeoe.de/

vollständiges Video:
http://youtu.be/_jeWd4SF35s (Teil 1)
http://youtu.be/_cnxVUxcg1A (Teil 2)

Podiumsdiskussion vom 20.09.2012 in der Universität Freiburg zum Thema „Geld, Wachstum, Verschuldung, Finanzchaos — wer blickt noch durch?” Öffentliche Auftaktveranstaltung zur Jahrestagung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) mit Prof. Dr. Margrit Kennedy (Expertin für Regiogeld, Autorin von “Occupy Money”), Dirk Müller (Finanzethos GmbH, cashkurs.com), apl. Prof. Dr. Helge Peukert (Finanzwissenschaft und Finanzsoziologie), Prof. Dr. Harald Spehl (Volkswirtschaftslehre,Regionalökonomie), moderiert von Prof. Dr. Dirk Löhr (Umwelt Campus Birkenfeld) im Rahmen der Tagungsreihe “Perspektiven einer Wirtschaft ohne Wachstum”. Hier soll der Frage nachgegangen werden, wie das Finanzsystem mit einer Wirtschaft ohne Wachstum vereinbar gemacht werden kann.

“Warum lassen sich moderne, auf industrieller Spezialisierung basierende Ökonomien nicht ohne beständiges Wachstum des Bruttoinlandsproduktes stabilisieren? So unterschiedlich die hierzu vorliegenden wissenschaftlichen Beiträge sein mögen, in einem Punkt scheinen sie sich zu begegnen, nämlich in der Betonung, dass der Geldordnung dabei ein hoher Stellenwert zukommt.”

[/slide][/slideshow]

Musikquelle und Dank an:

Grant siedle – One way road

Oleg Serkov – I still remember

Quelle und Dank an: Josch – jungle-drum.de

2 Antworten
  1. Stefan Wehmeier says:

    Der Kreditzins, den Unternehmer für Investitionskredite an die Geschäftsbanken zahlen, besteht aus der Bankmarge und dem Guthabenzins, den die Geschäftsbanken an die Sparer zahlen. Die Bankmarge minus Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) minus Personal- und Sachkosten ist der Gewinn der Geschäftsbanken vor Steuern, und der Guthabenzins der Sparer ist die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) plus Knappheitsaufschlag plus Inflationsaufschlag. Der Realzins (Sparer-Gewinn) ist der Guthabenzins minus Inflation.

    Die Liquiditätsverzichtsprämie ist zeitabhängig und erreicht bei langfristigen, ca. 10-jährigen Geldanlagen den vollen Urzins von etwa 4,5%, während der Knappheitsaufschlag durch das Verhältnis von Kreditangebot und Kreditnachfrage in der Volkswirtschaft bestimmt wird. Ist nach einem Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) die Kreditnachfrage zur Finanzierung neuer Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, Schiffe, etc.) deutlich größer als das Kreditangebot, steigt der Realzins für die Sparer um eine “Belohnung für Konsumverzicht”, weil in dieser Situation die Schaffung neuen Sachkapitals für die Volkswirtschaft wichtiger ist als der vorgezogene Konsum; und wenn kurz vor dem nächsten Krieg die Geldvermögen – und damit auch die (fast) spiegelbildliche Gesamtverschuldung – durch die fortlaufende Verzinsung soweit gewachsen sind, dass das Kreditangebot die Kreditnachfrage übersteigt, weil die Rentabilitätshürde des Urzinses der weiteren Vermehrung rentabler Sachkapitalien eine Grenze zieht, wird der Knappheitsaufschlag negativ und der Realzins für die Sparer vermindert sich um eine “Bestrafung für Investitionsverzicht”. Dies führt zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Anlagedauer, weil der Realzins nun unter den vollen Urzins fällt, den die Sparer mindestens fordern, um ihre Ersparnisse langfristig zu verleihen. Aus mittel- bis kurzfristig den Geschäftsbanken überlassenen Ersparnissen können diese aber umso weniger Investitionskredite vergeben, für deren verzinste Zurückzahlung die Unternehmer etwa zehn Jahre benötigen. Die Geschäftsbanken haben mit immer größer werdenden Kreditausfall- sowie Fristentransformationsrisiken zu kämpfen und verlagern ihre Geschäftstätigkeit von der Investition auf die Spekulation (ironischerweise als “investment banking” bezeichnet), um an Preisschwankungen zu profitieren, die wiederum umso größer und hektischer werden, je mehr die “Bestrafung für Investitionsverzicht” den Geldkreislauf ins Stocken bringt. Am Ende gerät die Volkswirtschaft in eine Liquiditätsfalle, d. h. der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – bricht soweit zusammen, dass die nächste umfassende Sachkapitalzerstörung unvermeidlich wird, damit es nach dem Krieg wieder eine “Belohnung für Konsumverzicht” geben kann:

    Der Zins – Mythos und Wahrheit

  2. Alexander Wölk says:

    Was ist das auch für ein Schwachsinn “Geld aus dem Nichts”!

    “Zur Funktion einer Volkswirtschaft ist es erforderlich, dass der Geldkreislauf immer geschlossen bleibt. Um dies zu gewährleisten, müssen im gleichen Umfang, in dem die Geldvermögen zunehmen, auch die Schuldenaufnahmen ausgeweitet werden. Die Geldvermögen haben sich jedoch in Deutschland seit 1950 etwa alle zehn Jahre verdoppelt und damit – in reale Größen umgerechnet – bis 2009 auf das 46-fache vermehrt, während die Wirtschaftsleistung “nur” auf das 8-fache zugenommen hat.
    Während diese ständig wachsenden Geldvermö­gen in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch von der Wirtschaft über Kreditaufnahmen absorbiert werden konnten, waren seit den 1970er Jahren die Staaten zunehmend gezwungen, die entstehenden Lücken durch Schuldenaufnahmen zu schließen. Da jedoch die eskalierenden Geldvermögen auch damit nicht mehr ausreichend eingebunden werden konnten, kam es zu jenen Spekulationsexzessen bei Börsen und Banken, deren Zusammenbrüche jetzt mit Steuermitteln aufgefangen werden müssen.
    Das größte Ärgernis dieser Staatsverschuldungen von inzwischen 1,8 Billionen Euro in Deutschland ist jedoch der Tatbestand, dass sie uns gar keinen Nutzen gebracht haben. Denn den Kreditausweitungen zwischen 1970 und 2009, in Höhe von 1.596 Mrd. Euro, standen in der gleichen Zeit Zinszahlungen des Staates in Höhe von 1.562 Mrd. Euro gegenüber! D. h., nutzbar für Staat und Bürger waren in diesen 39 Jahren nur jene 34 Mrd. Euro, die sich aus der Differenz zwischen Kreditaufnahmen und Zinszahlungen ergeben. – Profitiert hat also alleine jene Bürger-Minderheit, die dem Staat ihr Geld geliehen hat: Sie ist um 1.562 Mrd. Euro reicher geworden.”

    Helmut Creutz (aus HUMANE WIRTSCHAFT 02/2011 S.12)

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/12/staatsverschuldung-kurz-gefasst.html

Kommentare sind deaktiviert.