So zumindest konnte man es in ganz Hamburg auf unzähligen Plakaten entnehmen.
Auf dem ersten Blick möchte man beinahe meinen es handelt sich um ein Stiftung Warentest Gütesiegel.
Beim zweitem Blick jedoch sieht man, dass es sich um das Gütesiegel vom Deutschen Instituts für Service-Qualität (disq) www.disq.de handelt.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wer oder was verbirgt sich hinter dem Deutschen Institut für Service-Qualität und kann man denen uneingeschränkt für fundierte, objektive und repräsentative Umfragen trauen.
Zunächst einmal ist das Ergebnis und das damit verbundene Gütesiegel eine echte Überraschung!
So hatte die Firma Vattenfall ja ganz erhebliche und empfindliche Kundenverluste hinnehmen müssen.
Grund genug um sich mal auf Recherchen zu begeben und man muss dann auch nicht lange suchen um fündig zu werden.
Auf der Seite der Verbraucherzentrale wird dann auch gleich in Frage gestellt, ob die Firma Vattenfall das Gütesiegel vom Deutschen Institut für Service-Qualität genau so bestellt hat?
Aber auch bei den Konkurrierenden Stromkonzernen macht sich der Unmut über das Gütesigel und die Werbekampage der Firma Vattenfall breit.
Das Berliner Stromhandelsunternehmen Flexstrom droht dem Disq nun mit juristischen Schritten und fordert Einsicht in die Unterlage die zu dem Ergebnis geführt haben.
Insgesamt kann man sich den Zweifel, an der Seriosität des Testergebnis und dem Deutschen Instituts für Service-Qualität nur schlecht erwehren.
Insbesondere die Tatsache, dass die Firma Vattenfall für die Nutzung des Gütesiegels in ihrer Werbekampange einen nicht ganz 6 stelligen Betrag an das Deutsche Instituts für Service-Qualität überwiesen haben soll, stimmt einem skeptisch und nachdenklich!
Bislang wird jedoch bestritten, dass die Firma Vattenfall Auftraggeber der Studie war, ohne jedoch den wahren Auftraggeber nennen zu wollen.
Die TAZ hat sich gleich mehrfach mit dem Fall auseinander gesetzt und hat Ihre Recherchen zum Deutschen Institut für Service-Qualität unter folgenden Link veröffentlicht!
„Bester Stromanbieter- Unabhängige Forschung oder Auftragsarbeit?“
Wie repräsentativ diese Studie jedoch tatsächlich ist, kann man bei der Firma Vattenfall dann auch direkt mal nachlesen.
Jeder Stromanbieter hat dem zur Folge 220 generierte Emails und Telefonanfragen erhalten, dazu wurden der Internet Auftritt der Stromanbieter in Sachen Navigation, Benutzerfreundlichkeit und den gesamten Erscheinungsbild von 10 Testpersonen bewertet.
Jede vernünftig und seriös eingeholte Studie, die sich als repräsentativ durch den Bevölkerungsschnitt zeigen möchte, sollte von deutlich mehr als 10 Personen eingeholt werden.
Auch die Bewertungsgrundlage auf der zuletzt der Sieger Vattenfall ermittelt wurde, ist mehr als skeptisch zu betrachten.
Laut dieser Analyse hat Vattenfall im Tarifcheck immer nur sehr Mittelmäßige Plätze belegt.
Aufgrund der Tatsache das die Firma Vattenfall ein so „hervorragenden Service“ hat, haben sie dann aber doch den Gesamtsieg gemacht.
So wurde in dieser Studie zum Beispiel bewertet, ob der Stromanbieter eine Empfangsbestätigung der Email gesendet hat und ob der Kunde per Namen im Telefonat angesprochen wurde!
Die Tatsache dass die Firma Vattenfall im letzten Jahr rund 250.000 Kunden verloren hat, zeigt dann auch relativ trocken, was man sich für dieses Gütesiegel kaufen kann.
Es bleibt ab zu warten, wann das Deutschen Institut für Service-Qualität sich selber zum Testsieger in Sachen Kundenzufriedenheit erklärt!
Weitere interessante Links
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/wie-kommt-vattenfall-zum-guetesiegel/
http://seblog08.wordpress.com/2008/05/13/vattenfall-erfindet-stiftung-warentest-neu/
http://www.medienhandbuch.de/news/kommentar-dumm-duemmer-kunde-ist-vergangenheit-liebe-energiekonzerne-exklusiv-13536.html
Hamburg, dem 17.08.08 Jan Karl-Heinz Bihy




